Lehrausgang in die Seestadt

Ein Bericht von Melanie Molnar, 6C

Dass sich Städte vergrößern und Gebäude immer neu gestaltet werden, ist nichts Neues mehr, doch das Projekt Seestadt soll nicht nur ein weiterer, neu gebauter Teil von Wien sein - nein, hinter diesem Projekt steckt laut Mag. Anne Wübben vom Architekturzentrum Wien, die die 6C-Klasse im Mai durch dieses Gebiet geführt hat, eine neue und innovative Idee des Zusammenlebens, welche ich in diesem Artikel erläutern möchte.

Von den geplanten 20000 Menschen, die dort einmal leben sollen, bewohnen derzeit ca. 2600 Menschen ein Segment der Kreisstadt, welches bisher schon gebaut wurde.

Damit man eine bessere Verbindung in die kleine "Stadt" hat und auch weniger Autos genutzt, wurde direkt angrenzend die U-Bahnstation gebaut.

Innerhalb eines Segments werden kleinere Einheiten von einer Architekten-Gruppe geplant. Dabei werden nicht einfach nur langweilige Häuserblöcke aneinander gereiht, sondern die verschiedenen Wohneinheiten haben auch unterschiedliche Themen, wie zum Beispiel SLIM-City, wo es Wohntürme wie in einer alten Innenstadt geben soll, - oder der Teil Holzwohnbau, in dem vor allem mit "weichen Materialien" gearbeitet wurde, um Lärm abzudämpfen. So soll die Stadt Schritt für Schritt langsam aufgebaut werden, sodass für jeden Geschmack etwas dabei ist.

Wie kommt man auf die Ideen für diese vielen Themen? Das ist einfach beantwortet: Ein Architekt und ein Bauträger schließen sich zusammen und arbeiten einige Entwürfe aus, welche sie dann vor einer aus Fachleuten bestehenden Jury präsentieren müssen. Diese entscheidet dann, ob eine der Ideen ausgeführt wird oder nicht. Durch diesen Konkurrenzkampf zwischen den Architekten verbessern sich auch die Standards der Wohnungen, weil jeder die beste und erfolgreichste Idee präsentieren will. Die Finanzierung dieser Stadt übernehmen hauptsächlich Bauträger, doc wenn bestimmte Standards erfüllt werden, wie zum Beispie, dass nicht jeder m² aufgrund des Profits verbaut wird, bekommen sie auch Förderungen von der Stadt Wien.

Beim Bau dieser Stadt wird sehr darauf geachtet, bestimmte Umweltnormen oder die soziale Nachhaltigkeit zu fördern. So werden zum Beispiel für die Sicherheit der Kinder beim Spielen draußen breitere Gehwege gebaut oder in den Geschäftsstraßen, wo auch Autos fahren dürfen, gibt es viele einzelne Läden (keine Einkaufszentren), welche man auch ohne Verkehrsmittel erreichen kann.

Auch wenn die Miete für eine Wohnung in der Seestadt um 2-3€/m² günstiger ist als der Wiener Durchschnittspreis, ist es für Menschen, die keinen gut bezahlten Job haben, trotzdem noch schwer möglich, dort zu wohnen. Denn wie viele Menschen können es sich schon leisten, eine 120m² Wohnung um 1000€ Miete pro Monat zu finanzieren?

Meinung der Klasse nach der Führung: Viele fanden es interessant, verschiedene Arten der Architektur und den Zweck der Stadtteile kennenzulernen. Auch die Idee, dass man die Umweltbilanz und auch das soziale Zusammenwirken der Menschen fördern will, fanden sie sehr gut. Manche fanden die Gebäude richtig schön und zutiefst berührend.

Allerdings wurde es schade gefunden, dass z.B. Studenten preisbedingt nicht die Chance haben in so einer Wohnung zu leben. Wäre es nicht viel besse, wenn diese auch die, die Idee hinter dieser Stadt kennen lernen könnten?